Michael Stadnik Regisseur & Kameramann

Довгий лютий

Прем’єра відбулася в Міжнародний день прав людини (10.12.25).

Захід проводився одночасно у Франкфуртському музеї кіно та в Бучі. Обидва заходи відвідало багато людей. Фільм відтепер доступний для спеціальних заходів, показів та некомерційних демонстрацій, зокрема для асоціацій, церков, навчальних закладів, ініціатив та організацій усіх видів. Журналістські запити (перегляд фільму, бесіди, репортажі) також вітаються. Щоб ми могли максимально оперативно опрацювати ваш запит, просимо вас заповнити наступну реєстраційну форму:

👉 Реєстраційна форма Kinotour DLF (німецькою мовою):
https://forms.gle/Lzjcj5DuBUN4h69V6

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Deutsches Poster

Довгий лютий, документальний фільм, 79 хв., DCP, 5.1., німецька/українська, 2025

Короткий опис та інформація про прем’єру

Лютий 2022 року: місяць, який, здається, ніколи не закінчиться.

79-хвилинний фільм «Довгий лютий» документує російське вторгнення в Україну 24 лютого 2022 року та подальшу окупацію Бучі. Він показує, як мешканці міста пережили голод, спрагу та холод під час окупації. Одна з задокументованих історій розповідає про хор церкви Святого Андрія. Російські солдати вбили одного з співаків, а також всю його родину та сусідів. Фільм розповідає, зокрема, про трагічну історію, що стоїть за цими вбивствами, та про те, як родичі, що вижили, сьогодні змушені жити з цією травмою. Фільм також показує досі невідому історію українського поліцейського, який продовжував нести службу в Бучі навіть під час російської окупації. 

Особливо вражаючим є підхід, що базується на приватних знімках з Бучі, які режисер Міхаель Стадник збирав і переглядав протягом майже трьох років. Ці особисті перспективи безпосередньо передають повсякденне життя в умовах насильства, страху та окупації. Серед них є також раніше неопубліковані відеоматеріали.


Стадник сам має родичів у сусідньому місті Буча, і саме його особисті зв’язки дозволили отримати унікальний погляд на реальність під російською окупацією.

Переклад ще в процесі підготовки.

Auch die Musik des Films setzt ein starkes Zeichen

Für das Projekt haben überlebende Mitglieder des Chors speziell Chorstücke eingesungen.
Ihr Gesang begleitet und rahmt die Handlung des Dokumentarfilms.

Besondere Filmpremiere in Frankfurt und Butscha

Die Premiere fand simultan im Frankfurter Filmmuseum und – in Kooperation mit dem Kulturamt – in einem Kino in Butscha statt. Per Videolink waren die Events in Deutschland und der Ukraine miteinander verbunden – ein in dieser Form bislang einzigartiges Format, das die enge kulturelle und menschliche Verbundenheit zur Ukraine sichtbar macht.

Zur Veranstaltung im Filmmuseum kamen einige Ehrengäste, die auch Grußworte sprachen. So kam der ukrainische Konsul Taras Zholubak, die Kulturreferentin Frankfurts Dr. Ina Hartwig, sowie der Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour. Aus Butscha live zugeschaltet sprach Bürgermeister Anatolij Fedoruk.

Russische Einheiten bei der Einfahrt ins eroberte Butscha

Mehr zum Inhalt und den Protagonisten: Ausgehend von den Erfahrungen eines ukrainischen Polizisten, der während der Besetzung zurückgeblieben war, erzählt der Film, wie die Invasion der Stadt ablief. Er befasst sich eingehend mit den Ereignissen rund um die bekannte Voksalna-Straße, wo eine russische Kolonne vollständig zerstört wurde, und mit den Geschehnissen in der Nähe der örtlichen Kirche.

Verteidiger Butschas bei einer Ehrung

Die Protagonisten geben Einblicke in ihre Ängste unter der Besatzung, den Hunger und den täglichen Kampf um Grundbedürfnisse wie die Beschaffung von frischem Wasser – und das alles, während sie von russischen Soldaten beschossen werden.

Protagonist zeigt Spuren russischen Beschusses auf sein Wohnhaus

Der Film erzählt auch die Geschichte des Chors der Saint-Andriy-Kirche. Vor der Kirche musste die lokale Regierung aufgrund der Zahl der Zivilisten, die während der Besatzung von russischen Soldaten erschossen wurden, ein Massengrab ausheben. Ein Mitglied des Chores, Andriy S., wurde zusammen mit mehreren seiner Verwandten kaltblütig ermordet. Ihre Leichen wurden aufgestapelt und verbrannt, vermutlich um die Beweise für das Verbrechen zu vernichten. Ich konnte eine Überlebende aus dieser Familie ausfindig machen, die erzählt, wie sie mit dem Trauma des Verlusts ihrer nahen Verwandten, und ihres Ehemanns, umgeht.

Chor der Sankt-Andreas-Kirche sang Lieder für den Soundtrack ein

Chor in St. Andrij-Kirche, während des Drehs erschien ein Lichtsstrahl zwischen den Singenden. Ein ungeplanter Moment.

Für diesen Dokumentarfilm sang der Chor zum Gedenken an die Opfer (Bild rechts). Mehrere Lieder wurden zum Soundtrack beigesteuert. Während der letzten Aufnahmen erschien ein Lichtstrahl in der Lücke zwischen den Sängerinnen und Sängern – ein ungeplanter Moment, der der Szene etwas Himmlisches verlieh.

Regie-Kommentar:

Dieses Projekt war für mich besonders wichtig, und die Produktion lag mir sehr am Herzen. Meine eigenen Verwandten mussten aus Irpin, der Nachbarstadt von Bucha, fliehen und befanden sich in unmittelbarer Gefahr. Persönliche Kontakte spielten bei der Produktion eine Rolle, da ich Protagonisten einbeziehen konnte, die zuvor noch nie mit (westlichen) Medien gesprochen hatten, wie beispielsweise den sehr mutigen Polizisten Vadym.

Die Postproduktion wurde von Hessen Film & Medien, dem Filmfonds des Bundeslandes Hessen, finanziert.

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Der Film sucht derzeit einen internationalen Verleiher. Verleiher können einen Screener-Link per E-Mail anfordern: info[at]michael-stadnik[dot]de

Hintergrund des Projektes:

Wie kam es dazu, dass ich dieses Projekt anging?

Prelude

Als Filmemacher mit ukrainischen Wurzeln, liegt mir die Ukraine je her am Herzen. Seitdem Russland 2014 angriff, bangte ich um das Land.

Bereits 2021 zog der russische Angriffskrieg drohend auf, weswegen ich bereits damals Projekte plante, um Geschichten aus dem Land zu erzählen, das Europa vergessen hatte. Besser gesagt, das Land, das man vergessen wollte, weil wirtschaftliche Interessen wichtiger erschienen.

Anfang Feburar 2022 war klar, dass es einen Krieg geben würde. Ich telefonierte mit meinen Verwandten in Irpin und versuchte meine Reise zu organisieren. Doch plötzlich wurden alle Flüge eingestellt. Wegen der Einschränkung von Reisemöglichkeiten schaffte ich es nicht mehr bis zur Totalinvasion. Letztlich “rettete” mich auch die Bürokratie davor in ein Land zu reisen, das von allen Seiten angegriffen werden würde, da ich kein Pressevisum erhalten konnte.

Der 24.02.2022

Vor der totalen Invasion lag ich bereits bis spät in die Nacht wach, um die aktuelle Entwicklungen zu verfolgen…in jener Nacht des 24.02.2022 schlief ich nicht. Dann gab es die ersten Berichte über Bombardierungen von Städten und vom Grenzübertritt der russischen Armee. Geschockt und tränenüberströmt schickte ich Nachrichten an Verwandte in der Ukraine.
In den kommenden Monaten engagierte ich mich als Volunteer und fuhr humanitäre Spenden zur ukrainischen Grenze. Laß täglich alle Nachrichten und twitterte, in der Hoffnung das Interesse auf dem Angriffskrieg zu halten.
In der Nacht des 24.02.22 dachte ich noch, die Ukraine würde wieder allein gelassen werden, so wie 2014. Das kam zu Glück anders.

»Der lange Februar – Das Klagelied von Butscha«

Das Jahr 2022 erscheint im Rückblick nun wie “verflogen”, die Zeit verging rasant und doch erscheint es mir noch, als wäre jener Februar nie zu Ende gegangen. Daher stammt auch die Inspiration für den Titel Der lange Februar.

Butscha, kurz nach der Befreiung April 2022

2023 reiste ich in die Ukraine und drehte fast 4 Wochen lang in den ehemals besetzten Gebieten bei Kyjiw:

Das Gesamtprojekt befasst sich mit den Erlebnissen und Geschichten von Menschen, die die russische Besatzung in Butscha, Irpin, Borodianka und Makariv (westlich von Kyjiw) erlebten. Der Butscha-Film erscheint als Kino-Dokumentarfilm, die Geschichten der anderen Orte sollen im Web veröffentlicht werden.

Ich interviewte über 20 Menschen: darunter Vadym S., den “letzten Polizisten” von Butscha, der auch noch während der Besatzung verdeckt arbeitete. Sprach mit Yuliia, der Besitzerin eines niedlichen Cafés, das völlig zerstört wurde. Lief mit Vitaliy, einem Verteidiger Irpins, durch die Ruinen der Stadt. Von Andriy T. erfuhr ich, wie sein Bruder kaltblütig ermordet wurde; von Svitlana, wie sie die Bombardierung des Nachbarhauses beobachtete und von Ljudmyla aus Kyjiw, wie sie von russischen Soldaten angeschossen wurde und eine Odysee durch Belarus bis Deutschland erlebte…

“Ich kann erst seit kurzem weinen”

Der Schock der Okkupation löst sich bei manchen erst langsam auf, lange nach der Befreiung. Manche können bereits offen über die Geschehnisse reden und wollen auch, dass die gesamte Welt davon erfährt. Anderen verschlägt es noch die Sprache.
Manche wollen gar nicht über die Geschehnisse reden, entweder weil sie relatives Glück im Unglück hatten, weil niemand in der Familie getötet wurde und “nur” das Haus beschädigt wurde, oder weil das Trauma noch sehr tief sitzt.

Großes wie “kleines” Leid, Schamgefühl, Schock, Mut, Trauer: alles liegt nebeneinander in Butscha, Irpin und Borodianka …und vielen anderen von Russland besetzten Orten.

Kurzer Einblick, in die Geschichten, die ich erzähle:


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zerstörte Häuser in irpin
Zerstörte Häuser in Irpin, 2023. Foto © Michael Stadnik

Kurz-Reportage über humanitäre Hilfe. 2022 produziert:

© 2026 Michael Stadnik Regisseur & Kameramann

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