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The Long February – The Elegy of Bucha, doc, 83 mins, DCP, 5.1., DE/UA

Logline: February 2022, a month that seems to have no end. The Long February follows residents of Bucha as they recount their lives under Russian occupation. We learn how they cope with their trauma today, each in their own way. Their collective testimonies create a symphony of diverse perspectives. One such story is about the choir of St. Andriy, who lost one of its voices to cold-blooded murder by Russian soldiers. The music of the choir acts as a leitmotif throughout the film.
Synopsis:
Starting with the experiences of a Ukrainian police officer who stayed behind during the occupation, the film recounts how the invasion of the town on the city border of Kyiv took place. It dives into what happened around Station Street, where a Russian column was completely destroyed, and what occurred near the local church.
The protagonists offer insights into their fears under occupation, the starvation, and the daily fight for basic needs, such as trying to obtain fresh water—all while being shot at by Russian soldiers.
The film also tells the story of the Saint-Andriy’s Church choir. In front of the church, the local government had to dig a mass grave due to the number of civilians shot by Russian soldiers during the occupation. A member of the choir, Andriy S., was murdered in cold blood, along with several of his relatives. Their bodies were piled up and burned, presumably in an attempt to destroy the evidence of the crime. I was able to identify a survivor from this family, who shares how she copes with the trauma of losing her close relatives, like Andriy S., as well as her husband.
All of these stories intertwine in the end and show how the inhabitants of Bucha are individually dealing with the trauma—some with tears, others with sarcasm.
This film aims to tell the stories of the murdered, whom the Western public only knows as anonymous reports in headlines. The murdered are given back their identity and dignity. The film serves as a reminder of what is still happening in occupied Ukraine and why the country must free its people and territory. It is a testament to the unbreakable will of the Ukrainian people.
Choir of St. Andriy’s Church, Bucha

For this documentary, the choir sang in remembrance of the victims (pictured on the right). Several songs were contributed to the soundtrack. During the final shoot, a beam of light appeared in the gap between the singers—an unplanned moment that gave the scene a sense of divine intervention.
Director’s comment:
This project was particularly important to me, and the production felt especially close to my heart. My own relatives had to flee from Irpin, the neighboring town of Bucha, and were in immediate danger. Personal contacts played a role in the production, as I was able to bring in protagonists who hadn’t spoken to (Western) media before, such as the very brave police officer Vadym.

The post-production was funded by Hessen Film & Medien, the Film fund of the federal German State of Hessen.
The film is currently seeking for an international distributor. Distributors can request a screener link by mail: info[at]michael-stadnik[dot]de
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German Description
Der erste Teil meiner Dok-Film-Serie „Der lange Februar – Das Klagelied von Butscha“ ist nun fertig.
Er wird als Kino-Dokumentarfilm veröffentlicht und erzählt die tragische Geschichte der Einwohner Butschas. Der Stadt, direkt vor den Toren Kyivs, die zu Anfang der russischen Invasion vollständig besetzt wurde. Im Fokus steht der Kirchenchor der Sankt-Andrij-Kirche. Der Kirche, die wegen des Massengrabs zu weltweiter (trauriger) Bekanntheit gelangte. Auch ein Mitglied des Chores, Andriy Schipilo, wurde mitsamt den Eltern von russischen Besatzern kaltblütig ermordet.
Dieser Film gibt den Einwohnern Butschas Raum ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen. Ebenso möchte ich die Geschichten Ermordeter erzählen, die die westliche Öffentlichkeit nur als anonyme Meldung in Schlagzeilen der Medien kennt. Den Ermodeten soll ihre Identität und ihre Würde zurückgegeben werden.

Die Postproduktion des Films wurde von der Hessen Film & Medien gefördert.
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Die weiteren Teile der Serie werden die Geschichten von Menschen aus Irpin, Borodianka und Makariv erzählen.
Wie kam es dazu, dass ich dieses Projekt anging?
Prelude
Als Filmemacher mit ukrainischen Wurzeln, liegt mir die Ukraine je her am Herzen. Seitdem Russland 2014 angriff, bangte ich um das Land.
Bereits 2021 zog der russische Angriffskrieg drohend auf, weswegen ich bereits damals Projekte plante, um Geschichten aus dem Land zu erzählen, das Europa vergessen hatte. Besser gesagt, das Land, das man vergessen wollte, weil wirtschaftliche Interessen wichtiger erschienen.
Anfang Feburar 2022 war klar, dass es einen Krieg geben würde. Ich telefonierte mit meinen Verwandten in Irpin und versuchte meine Reise zu organisieren. Doch plötzlich wurden alle Flüge eingestellt. Wegen der Einschränkung von Reisemöglichkeiten schaffte ich es nicht mehr bis zur Totalinvasion. Letztlich „rettete“ mich auch die Bürokratie davor in ein Land zu reisen, das von allen Seiten angegriffen werden würde, da ich kein Pressevisum erhalten konnte.
Der 24.02.2022
Vor der totalen Invasion lag ich bereits bis spät in die Nacht wach, um die aktuelle Entwicklungen zu verfolgen…in jener Nacht des 24.02.2022 schlief ich nicht. Dann gab es die ersten Berichte über Bombardierungen von Städten und vom Grenzübertritt der russischen Armee. Geschockt und tränenüberströmt schickte ich Nachrichten an Verwandte in der Ukraine.
In den kommenden Monaten engagierte ich mich als Volunteer und fuhr humanitäre Spenden zur ukrainischen Grenze. Laß täglich alle Nachrichten und twitterte, in der Hoffnung das Interesse auf dem Angriffskrieg zu halten.
In der Nacht des 24.02.22 dachte ich noch, die Ukraine würde wieder allein gelassen werden, so wie 2014. Das kam zu Glück anders.
»Der lange Februar – Das Klagelied von Butscha«
Das Jahr 2022 erscheint im Rückblick nun wie „verflogen“, die Zeit verging rasant und doch erscheint es mir noch, als wäre jener Februar nie zu Ende gegangen. Daher stammt auch die Inspiration für den Titel Der lange Februar.

2023 reiste ich in die Ukraine und drehte fast 4 Wochen lang in den ehemals besetzten Gebieten bei Kyjiw:
Das Gesamtprojekt befasst sich mit den Erlebnissen und Geschichten von Menschen, die die russische Besatzung in Butscha, Irpin, Borodianka und Makariv (westlich von Kyjiw) erlebten. Der Butscha-Film erscheint als Kino-Dokumentarfilm, die Geschichten der anderen Orte sollen im Web veröffentlicht werden.
Ich interviewte über 20 Menschen: darunter Vadym S., den „letzten Polizisten“ von Butscha, der auch noch während der Besatzung verdeckt arbeitete. Sprach mit Yuliia, der Besitzerin eines niedlichen Cafés, das völlig zerstört wurde. Lief mit Vitaliy, einem Verteidiger Irpins, durch die Ruinen der Stadt. Von Andriy T. erfuhr ich, wie sein Bruder kaltblütig ermordet wurde; von Svitlana, wie sie die Bombardierung des Nachbarhauses beobachtete und von Ljudmyla aus Kyjiw, wie sie von russischen Soldaten angeschossen wurde und eine Odysee durch Belarus bis Deutschland erlebte…
„Ich kann erst seit kurzem weinen“
Der Schock der Okkupation löst sich bei manchen erst langsam auf, lange nach der Befreiung. Manche können bereits offen über die Geschehnisse reden und wollen auch, dass die gesamte Welt davon erfährt. Anderen verschlägt es noch die Sprache.
Manche wollen gar nicht über die Geschehnisse reden, entweder weil sie relatives Glück im Unglück hatten, weil niemand in der Familie getötet wurde und „nur“ das Haus beschädigt wurde, oder weil das Trauma noch sehr tief sitzt.
Großes wie „kleines“ Leid, Schamgefühl, Schock, Mut, Trauer: alles liegt nebeneinander in Butscha, Irpin und Borodianka …und vielen anderen von Russland besetzten Orten.
Kurzer Einblick, in die Geschichten, die ich erzähle:
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Kurz-Reportage über humanitäre Hilfe. 2022 produziert:
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